Baden-Württemberg und
Bayern liegen bei Forschung
und Entwicklung vorne

  • Aktuelle Studie des Stifterverbandes vergleicht Bundesländer nach

    Forschungsaufwendungen, Patenten, Drittmitteln

  • Schlusslichter sind Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und

    Sachsen-Anhalt

  • Forschungsausgaben haben in Sachsen, Thüringen, Baden-

    Württemberg, Bayern und Berlin einen überdurchschnittlich

    hohen Anteil am Landeshaushalt

  • Patentschwäche in Ostdeutschland

  • Stifterverband fordert von Bund und Ländern klares Signal

    für mehr Wissensinvestitionen


Pressemitteilung vom 8. Juni 2010

Baden-Württemberg und Bayern sind die Sieger im Vergleich der Bundesländer
nach Forschungserfolg und privaten wie öffentlichen Wissensinvestitionen.
Die Schlusslichter sind Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-
Anhalt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Ländercheck des Stifterverbandes.

Für den Vergleich der Bundesländer wurden 16 Indikatoren berücksichtigt, u.a.
die öffentlichen und privaten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
(FuE) in der Wirtschaft, an Hochschulen und außeruniversitären Wissenschafts-
einrichtungen, der Anteil des Forschungspersonals an allen Erwerbstätigen,
die Drittmittel je Wissenschaftler an Hochschulen und die Patentanmeldungen
je Einwohner.

"Auf dem Bildungsgipfel am 10. Juni müssen Bundesregierung und Länder ein
klares Signal für mehr Bildungs- und Forschungsinvestitionen geben", forderte
Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, bei der Vorstellung
des Länderchecks. In einigen Ländern klafften Anspruch und Wirklichkeit in
der Wissenschafts- und Bildungspolitik nach der Analyse des Stifterverbandes
erheblich auseinander. So sei der Anteil der FuE-Aufwendungen am Brutto-
inlandsprodukt zwischen 1997 und 2007 insgesamt zwar um 13 Prozent ge-
stiegen. Dies gehe aber mit plus 18 Prozent in erster Linie auf das Konto der
Wirtschaft. Die Quote der Forschungsaufwendungen in Hochschulen wuchs
dagegen nur um zwei Prozent, in einigen Ländern war sie sogar rückläufig.
"Die starke Stellung Baden-Württembergs und Bayerns ist vor allem das Er-
gebnis einer innovationsfreudigen und forschungsstarken Wirtschaft. Alle
Bundesländer sind aufgerufen, die Unterfinanzierung der Hochschulen zu
beenden", sagte Schlüter.

Insgesamt präsentiert sich die deutsche Forschungslandschaft recht uneinheitlich.
Viele Bundesländer kombinieren Stärken auf einzelnen Gebieten mit Schwächen
auf anderen. So hat Forschung in Sachsen die höchste Haushaltspriorität.
5,9 Prozent der Nettoausgaben flossen 2007 aus dem Landeshaushalt in FuE.
Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin folgen mit Werten von vier
Prozent und mehr. Im Mittel wendeten die Bundesländer 3,3 Prozent ihrer
gesamten Nettoausgaben für FuE auf. Weniger Vorrang genoss die Forschung
in den öffentlichen Haushalten von Hamburg, Hessen, Brandenburg und Bremen.

Eine klare Schwerpunktbildung zeigt sich bei den Patentanmeldungen. Drei von
vier Patentanmeldungen entfielen 2007 auf lediglich drei Bundesländer – Baden-
Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die ostdeutschen Bundesländer
(ohne Berlin) zeichnen dagegen für nur 5% aller Anmeldungen verantwortlich.
Auch bezogen auf die Bevölkerung zeigt sich die Patentschwäche Ostdeutsch-
lands. Während die meisten Bundesländer auf weniger als 30 Patentanmel-
dungen je 100.000 Einwohner kommen, sind es in Baden-Württemberg 125
und in Bayern 113. In Mecklenburg Vorpommern sind es dagegen nur elf und
in Sachsen 19.

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