Thüringen: Platz im Mittelfeld trotz geringer internationaler Ausrichtung in der Forschung

  • Geringster Anteil an internationalen Studiengängen

  • Hoher internationaler Austausch im Rahmen von DAAD-Programmen, aber nicht bei Erasmus

  • Schwache Ergebnisse bei EU-Forschungsförderung


Thüringen belegt im Bundesländervergleich der Internationalität der Hochschulen einen Platz im Mittelfeld. Diese Gesamt-
bewertung beruht auf Bewertungen in drei Feldern der Internationalisierung, aufgeteilt in sieben Teilkategorien. In drei
Kategorien schneiden die Hochschulen des Landes eher schlecht ab, in einer Kategorie befinden sie sich in der Spitzen-
gruppe.

Eine dynamische Entwicklung verzeichnet Thüringen bei der Zahl internationaler Studierender. Der Anteil der Studienanfänger aus dem Ausland stieg zwischen den Jahren 2000 und 2010 um fast 70 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer, obwohl das Land beim Angebot internationaler Studiengänge auf dem letzten Platz im Ländervergleich liegt. Widersprüchliche Ergebnisse finden sich auch bei der Teilnahme an internationalen Austauschprogrammen: Die Beteiligung am Erasmus-Programm ist eher schwach, eine hohe internationale Mobilität ergibt sich aber aus den DAAD-Programmen.

Schwächen weist das Land vor allem in der Internationalität der Forschung auf. Gastwissenschaftler, die über die Alexander
von Humboldt-Stiftung gefördert werden, scheinen Thüringen eher zu meiden. Auch aus der europäischen Forschungsförde-
rung, die auf internationale Kooperationsprojekte setzt, erzielen die Hochschulen des Landes eher wenig Finanzmittel.

  Campus international

Thüringen Ungewichteter
Länderdurchschnitt

  Studium und
  Studierende

I.1 Bildungsausländer im ersten
Hochschulsemester, 2010
15,2% 15,3%
I.2 Veränderung Anteil Bildungsausländer
im ersten Hochschulsemester, 2000-2010
69,2% 13,2%
I.3 Bildungsausländer Absolventen,
2010
  4,5%   8,9%
I.4 Veränderung Anteil Bildungsausländer
Absolventen, 2000-2010
96,3% 115,7%
I.5 Internationale Studiengänge und
Studiengänge mit Doppelabschluss, 2012
  1,6%   8,1%

  Lehrende und
  Forschende

I.6 Wiss. und künstler. Personal mit ausl. Staatsangehörigkeit, ohne Profs, 2010   8,9%   9,9%
I.7 Veränderung Anteil wissen-
schaftliches Personal, 2006-2010
28,8% 16,0%
I.8 Professoren mit ausländischer
Staatsangehörigkeit, 2010
  5,2%   5,5%
I.9 Veränderung Anteil Professoren,
2006-2010
  5,1% 14,5%

  Internationaler Austausch

Thüringen Ungewichteter
Länderdurchschnitt

  Erasmus-
  Programm

I.10 Erasmus incoming
Anteil an allen Studierenden, 2009/10
  1,0%   1,1%
I.11 Veränderung Erasmus incoming,
2002/03 – 2009/10
29,0% 15,2%
I.12 Erasmus outgoing
Anteil an allen Studierenden, 2009/10
  1,5%   1,6%
I.13 Veränderung Erasmus outgoing,
2002/03 – 2009/10
14,5% 25,6%

  DAAD-
  Programme

I.14 DAAD-Projekte: Ausgaben pro
Stud. im 5. und 6. HS-Semester in Euro, 2010
312,8 302,3
I.15 DAAD-geförderte Personen 2010
je Stud. im 5. und 6. HS-Semester
10,7%   7,6%

  Internationalität der Forschung

Thüringen Ungewichteter
Länderdurchschnitt

  AvH-Gast-
  wissenschaftler

I.16 AvH-Stipendiaten 2006/2010
je Wissenschaftler
  0,7%   1,3%
I.17 Veränderung AVH-Stipendiaten
2003/07 – 2006/10
-17,6%   3,1%
  EU-Forschungs-
  förderung
I.18 EU-Mittel je Wissenschaftler,
2011 in Euro
2365,9 3668,8

  Internationale
  Promovierende

I.19 Internationale Promovierende
je Professor, 2010
  0,49   0,54
I.20 Veränderung internationale
Promovierende, 2000-2010
161,7% 138,9%
 
 Das Farbschema spiegelt die Bewertung der Indikatorengruppen wider:
blau_5x5
 Spitzengruppe  = Spitzengruppe            Mittelgruppe  = Mittelgruppe            Schlussgruppe  = Schlussgruppe