Indikatoren und Methodik
Die Gesamtbewertung des Länderchecks zu privaten Hochschulen
setzt sich aus sechs Indikatoren zusammen.
Drei Indikatoren messen die Größe des privaten Hochschulsektors im Jahr
2008 und drei die Entwicklung zwischen 2000 und 2008. Die Bundesländer
werden anhand ihrer relativen Position bewertet und in fünf Gruppen –
von weit überdurchschnittlich bis weit unterdurchschnittlich – eingeteilt.
Die Grenzen für die Einteilung bilden eine halbe und eine volle Standard-
abweichung überund unterhalb des Durchschnittswertes. Für jeden Indika-
tor wird entsprechend der Gruppe ein Punktewert für jedes Bundesland
ermittelt. Verschiedene Indikatoren werden dann mit den entsprechenden
Punktewerten in den Kategorien der zwei Kapitel zusammengefasst. Deren
Bewertung richtet sich nach dem Anteil der maximal zu erreichenden Punkte-
zahl. In die Gesamtwertung geht das Status-quo-Rating zu zwei Dritteln,
das Dynamikrating zu einem Drittel ein.
| Bewertung | Einzelindikator Abweichung vom Durchschnitt |
Kategorie- und Gesamtbewertung Anteil an maximaler Punktezahl |
| Weit überdurchschnittlich | ≥ + s | 80-100% |
| Überdurchschnittlich | ≥ + ½ s und < + s | 60-79% |
| Durchschnittlich | ≥ - ½ s und < + ½ s | 40-59% |
| unterdurchschnittlich | ≥ - s und < - ½ s | 20-39% |
| Weit unterdurchschnittlich | < - s | 0-19% |
s = Standardabweichung

Anmerkungen zur Methodik
und zur Validität der Ausgangsdaten
Zur Definition
Unter staatlichen Hochschulen werden in diesem Ländercheck alle Hochschulen
zusammengefasst, deren Träger die Bundesländer, der Bund, die Kommunen
oder andere öffentliche Einrichtungen sowie die Kirchen sind. Alle staatlich
anerkannten Hochschulen in nichtstaatlicher und nicht-kirchlicher Trägerschaft
werden als private Hochschulen bezeichnet.
Zu den Studierendenzahlen
Bei der Interpretation der Studierendenzahlen ist zu beachten, dass viele der
privat Studierenden nicht in dem Bundesland leben, in dem die von ihnen be-
suchte Hochschule ihren Sitz hat. Viele haben einen Fernstudiengang belegt
oder studieren an einer Hochschulfiliale. Deshalb geben die Zahlen des Sta-
tistischen Bundesamtes keinen Aufschluss darüber, in welchem Bundesland
besonders viele Studierende ein Studium an einer privaten Hochschule aufge-
nommen haben oder wo besonders viele privat Studierende leben. Der Indi-
kator "Studierendenquote" gibt an, wie viele Studierende von privaten Hoch-
schulen eines Bundeslandes im Verhältnis zu allen Studierenden in einem
Bundesland ausgebildet werden.
Zu den Einnahmen der Hochschulen
Bei staatlichen Hochschulen werden die Grundmittel zumeist vom Bundesland
getragen, private Hochschulen erhalten Grundmittel teilweise ebenfalls vom
Land, aber auch von Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen. Nicht
einbezogen wurden die Hochschulklinika, die erhebliche Einnahmen durch
die Krankenversorgung erzielen. Bei den privaten Hochschulen betrifft dies
nur die Universität Witten-Herdecke in Nordrhein-Westfalen, die als einzige
eine Medizin-Ausbildung anbietet. Während die Indikatoren zur Anzahl der
Hochschulen und zur Studierendenzahl auf der Hochschulstatistik basieren,
die 91 private Hochschulen erfasst hat, sind in der Hochschulfinanzstatistik
des Statistischen Bundesamtes lediglich 81 private Hochschulen erfasst.
Neben einzelnen fehlenden Werten ist diese Differenz darauf zurückzufüh-
ren, dass die Einnahmen und Ausgaben neugegründeter Hochschulen nicht
im Gründungsjahr, sondern erst in den Folgejahren in die Statistik einbezo-
gen werden. Im vorliegenden Rating führt dies zu teilweise deutlichen Ab-
weichungen zwischen den Indikatoren "Hochschulanzahl" und "Studierende"
auf der einen Seite und "Einnahmen der Hochschulen" auf der anderen
Seite. So wurde die einzige private Hochschule des Saarlands erst im Jahr
2008 akkreditiert und staatlich anerkannt und ist daher noch nicht in der
Finanzstatistik erfasst. In der Hochschulstatistik werden die Studierenden
der Hochschule jedoch schon ausgewiesen. Auch andere Bundesländer
sind von diesen Inkonsistenzen der offiziellen Statistik betroffen: In Ham-
burg werden nur die Einnahmen von vier der sieben, in Bremen nur von
einer der zwei privaten Hochschulen erfasst. Für die einzige private Hoch-
schule in Sachsen-Anhalt führt die Finanzstatistik ebenfalls keine Einnah-
men auf.
Die Indikatoren
I.1 Anzahl privater Hoch- |