Thüringen: Platz im Mittelfeld trotz geringer internationaler Ausrichtung in der Forschung

  • Thüringen gehört zur Schlussgruppe im Bundesländervergleich zum Drittmittelwettbewerb

  • Besonders erfolgreich bei Drittmitteleinwerbung durch Bund und Länder

  • Unterdurchschnittliches Verhältnis der Drittmittel aus der Wirtschaft


Vergleicht man die Erfolge der Bundesländer im Drittmittelwettbewerb, so liegt Thüringen in der Schlussgruppe: Dieses Ergebnis ergibt sich aus den deutlich unterdurchschnittlichen Drittmittelanteilen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
und der Wirtschaft, den wichtigsten Drittmittelgebern. Die überdurchschnittlichen Drittmittelanteile von Bund und Ländern
wiegen im Vergleich das sonst zumeist schlechte Abschneiden Thüringens bei der Drittmittelakquise nicht auf.

Kategorie Indikatoren  Thüringen
             
 Durchschnitt über
Bundesländer
weiss
DFG-Förderung I. 1 Verhältnis der DFG-Mittel zu Grundmitteln
in Prozent, 2010
6,8 9,4
I. 2 Jährliche Veränderungsrate DFG-Mittel zu
Grundmitteln in Prozent, 2000-2010
6,9 7,0
weiss
Öffentliche
Programmförderung
I. 3 Verhältnis der Bund-Länder-Mittel zu
Grundmitteln in Prozent, 2010
10,0 8,2
I. 4 Jährliche Veränderungsrate Bund-Länder-
Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2000-2010
12,6 4,9
I. 5 Verhältnis der EU-/internationalen
Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2010
1,3 3,1
I. 6 Jährliche Veränderungsrate EU-/interna-
tionale Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2000-2010
5,7 6,6
weiss
Private Drittmittel I. 7 Verhältnis der Drittmittel der Wirtschaft zu
Grundmitteln in Prozent, 2010
2,9 5,6
I. 8 Jährliche Veränderungsrate Drittmittel
der Wirtschaft zu Grundmitteln
in Prozent, 2000-2010
0,5 2,5
I. 9 Verhältnis der Stiftungsmittel zu Grund-
mitteln in Prozent, 2010
1,4 1,8
I. 10 Jährliche Veränderungsrate Stiftungsmittel
zu Grundmitteln in Prozent, 2000-2010
6,1 6,8
weiss
 Das Farbschema spiegelt die Bewertung der Indikatoren wider:
blau_5x5
 Spitzengruppe  = Spitzengruppe            Mittelgruppe  = Mittelgruppe            Schlussgruppe  = Schlussgruppe


Gemessen an den Grundmitteln können die Hochschulen in Thüringen zwar überdurchschnittlich viele Drittmittel aus Bund-
Länder-Förderungen (10,0 Prozent) einwerben und auch das Verhältnis der jährlichen Veränderungsrate der Bund-Länder-
Mittel zu den Grundmitteln ist mit 12,6 Prozent überdurchschnittlich hoch, jedoch übernimmt Thüringen dagegen mit der
Einwerbung von Drittmitteln von der DFG mit 6,8 Prozent, aus der Wirtschaft mit 2,9 Prozent und aus EU-Förderungen
mit lediglich 1,3 Prozent das Schlusslicht im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Auch die jährlichen Veränderungs-
raten sind bezüglich dieser drei Mittelgeber durchweg unterdurchschnittlich.

Obwohl Thüringen mit der Einwerbung der Drittmittel durch Bund und Länder eine Spitzenposition erreicht, rückt Thüringen insgesamt durch die negative Bilanz der Drittmittelanteile durch die DFG und die Wirtschaft in die Schlussgruppe des Ländervergleichs.

Hintergrund: Thüringen liegt im Jahr 2000 im Bundesländervergleich zur Ausstattung der Hochschulen mit Grundmitteln pro Professor im Durchschnitt. Die Hochschulen verfügen hier über 331.000 Euro Grundmittel pro Professor. Bis 2010 hat sich das Grundmittelvolumen nur unterdurchschnittlich entwickelt  und steigt um insgesamt 19 Prozent. Die durchschnittliche Grund-
mittelentwicklung über alle Bundesländer hinweg liegt zwischen 2000 und 2010 bei 23 Prozent.