Kategorien und Indikatoren
des Länderchecks Bologna
Der Ländercheck vergleicht in Anlehnung an die Bologna-Ziele
die Fortschritte in den Bundesländern in den Kategorien:
1. Einführung der gestuften Studiengänge,
2. Praxisbezug und Lebenslanges Lernen,
3. studentische Mobilität und globale Attraktivität der Hochschulen.
Die Bolognaziele sind von grundlegender Bedeutung und so breit gefasst,
dass deren Erreichung nicht anhand eines einzelnen oder einiger weniger
Indikatoren vollständig beschrieben werden kann. Der Ländercheck Bologna
greift deshalb eine Auswahl von Indikatoren auf, die Fortschritte im Bo-
lognaprozess dokumentieren und entscheidend zum Gesamtbild beitragen.
Die Indikatoren sind so konzipiert, dass sie die relative Position der Bun-
desländer abbilden und damit Erfolge und Versäumnisse der Hochschulen
und der Bildungspolitik im Vergleich der Länder aufzeigen.
Die Verfügbarkeit von validen Indikatoren ist in den drei oben genannten
Kategorien außerordentlich unterschiedlich. Kann für die Einführung der
gestuften Studiengänge auf entsprechende Zahlen vom Statistischen
Bundesamt zurückgegriffen werden, so gibt es bisher für die Bewertung
der Berufsbefähigung und des Lebenslangen Lernens erst ganz wenige
aussagekräftige Erhebungen. Die Indikatoren können in diesem Bereich –
und in abgeschwächter Form gilt dies auch für "studentische Mobilität
und globale Attraktivität" – lediglich erste Hinweise auf Stärken und
Schwächen einzelner Bundesländer geben.
Der Ländercheck analysiert, wie gut das Hochschulsystem eines Bundes-
landes die Ziele von Bologna derzeit erfüllt. Da einige Ziele auch unab-
hängig von der Einführung gestufter Studiengänge erreicht werden
können, basieren die entsprechenden Indikatoren auf allen Studieren-
den und Studiengängen eines Bundeslandes und nicht nur auf Bachelor
und Master. Dabei werden nicht nur Indikatoren berücksichtigt, die dem
Bologna-Prozess im engeren Sinne zuzuordnen sind. Die Analyse geht
bewusst über das Formale hinaus und zieht solche Faktoren hinzu, die
die Erreichung der Bologna-Ziele wesentlich unterstützen. So erweitern
englischsprachige Studiengänge den Kreis der Studieninteressierten aus
aller Welt erheblich und werden deshalb als Indikator für die globale
Attraktivität des Studienangebots herangezogen, obwohl die Einrichtung
von englischsprachigen Studiengängen kein Bologna-Ziel an sich darstellt.
Der Ländercheck vergleicht die Bundesländer im Bologna-Prozess.
Er ist jedoch ausdrücklich keine Qualitätsüberprüfung der Einführung
von Bachelor- und Master-Studiengängen insgesamt. Er untersucht nicht
die Umsetzungsschwierigkeiten, die häufig die Kritik am Bologna-Prozess
bestimmen. Insbesondere beantwortet er nicht die Fragen, ob der Bachelor
als erster qualifizierender Hochschulabschluss auf dem Arbeitsmarkt ange-
nommen wird, ob die strukturellen und curricularen Veränderungen die
Studierbarkeit verbessern oder verschlechtern und ob die Lehr- und Lern-
belastung für das wissenschaftliche Personal und die Studierenden zu-
oder abgenommen haben.
Die Indikatoren
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I.1 Anteil der BA- und
MA-Studiengänge