Ländercheck Forschung:
Private Forschung in der Wirtschaft
![]() Spitzengruppe Mittelgruppe SchlussgruppeIndikatoren Zur Bewertung des Forschungserfolgs nutzt der Ländercheck zwei gleich gewichtete Indikatoren: ![]() FuE-Bestand 2007 FuE-Dynamik 1997-2007Details zu Aufbau und Indikatoren des Länderchecks |
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Kapitel zur privaten Forschung in der Druckfassung des Länderchecks (PDF, 1,1 MB) |
Die Bewertungskategorie
Die Unternehmen sind verantwortlich für rund 70%
der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
in Deutschland. Dieser Anteil ist einer der höchsten
weltweit. 2007 wurden in den Unternehmen 43 Mrd.
Euro für interne Forschung und Entwicklung aufge-
wendet, das sind Aufwendungen für FUE-Projekte,
die Unternehmen bzw. Institutionen für Gemein-
schaftsforschung selbst durchführen. Diese Summe
entspricht 1,78% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Der deutsche Wirtschaftssektor ist damit in seinem
FuE-Engagement im Vergleich zu den großen euro-
päischen Nachbarn führend, erreicht aber nicht die
Quoten der skandinavischen Staaten (Schweden:
2,66%; Finnland: 2,51%).
Auch die Wachstumsraten sind positiv. Zwischen
1997 und 2007 stiegen die internen FUE-Aufwen-
dungen im Wirtschaftssektor im Durchschnitt um
4% pro Jahr und übertreffen deutlich das Wachs-
tum der FUE-Aufwendungen im öffentlichen Sektor.
Unternehmen betreiben vor allem angewandte For-
schung und experimentelle Entwicklung. 95% der
internen FUE-Aufwendungen flossen im Jahr 2007
in diese Bereiche. Nur knapp 5 % wurden für
Grundlagenforschung aufgewendet.
Die Ergebnisse des Länderchecks
Ein Blick auf die Bundesländer zeigt: die regionalenUnterschiede im Einsatz finanzieller und personeller
Ressourcen für Forschung und Entwicklung im Wirt-
schaftssektor sind groß. So investieren die Unter-
nehmen in Baden-Württemberg 3,6% des landes-
weiten BIP in Forschung und Entwicklung, in Bran-
denburg und Sachsen-Anhalt sind es nur 0,3%.
Die Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik eines
Bundeslandes kann die Aufwendungen für FuE
im Wirtschaftssektor zwar nicht unmittelbar be-
einflussen. Sie kann jedoch forschungsfreundliche
Rahmen- und attraktive Standortbedingungen für
Unternehmen schaffen, um Forschung und Ent-
wicklung zu befördern. Ein Großteil der Unter-
schiede bei der FUE in Unternehmen ist jedoch
auf Unterschiede in der regionalen Wirtschafts-
struktur zurückzuführen.
In der Gesamtauswertung der Kategorie "Private
Forschung" zeigt sich: Die Wirtschaft forscht in
Baden-Württemberg und Hessen, sowie in Bayern
und in Niedersachsen besonders intensiv und
dynamisch. In absoluten Zahlen gehört auch
Nordrhein-Westfalen zum Spitzentrio der for-
schungsstarken Bundesländer. Doch bezogen
auf Wirtschaftskraft und Erwerbstätigenzahl er-
reicht das Land nur einen Platz im Mittelfeld.
Die Schlusslichter der Ländercheck-Wertung
sind Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die eine
geringe FUE-Intensität und eine nur schwache
Dynamik seit 1997 aufweisen. Kaum besser
werden Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein
und Rheinland-Pfalz bewertet. Die beiden
Stadtstaaten und Rheinland-Pfalz erreichen
zwar eine durchschnittliche FUE-Intensität
im Wirtschaftssektor, entwickeln sich jedoch
deutlich schwächer als andere Länder.

Spitzengruppe
Mittelgruppe
Schlussgruppe
FuE-Bestand 2007
FuE-Dynamik 1997-2007