Ländercheck Bologna:
Einführung der gestuften Studiengänge


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Indikatoren
Zur Bewertung der Einführung gestufter Studienabschlüsse
nutzt der Ländercheck vier gleich gewichtete Indikatoren:

Teilindikator 1Anteil BA/MA-Studiengänge
Teilindikator 2Anteil BA/MA-Studierende
Teilindikator 3Anteil BA/MA-Studienanfänger
Teilindikator 4Anteil BA/MA-Absolventen

Details zu Aufbau und Indikatoren des Länderchecks



PDF-Download
LinkKapitel zur Einführung der gestuften Studiengänge in
der Druckfassung des Länderchecks
(1,4 MB)

Das Bolognaziel

Der Bolognaprozess befördert die Einführung gestufter
Studienabschlüsse, also die Umstellung auf Bachelor
(BA) und Master (MA). Diese soll zu einer besseren
Vergleichbarkeit der Studiengänge und Abschlüsse in
Europa beitragen. So sollen auch die studentische
Mobilität erleichtert und die europäischen Hochschulen
attraktiver für qualifizierte ausländische Studienbewerber
werden. Ziel der europäischen Bildungspolitik war, die
Umstellung auf die neuen Abschlüsse bis 2010 abzu-
schließen.

In Deutschland ist der Anteil der Studiengänge, die
mit BA oder MA abschließen in den vergangenen
Jahren kontinuierlich gewachsen. Von allen Studie-
renden waren im Wintersemester 2008/09 über
40 Prozent in BA- und MA-Studiengängen einge-
schrieben. Zwei von drei Studienanfängern begin-
nen ein Bachelor-Studium. Und über 75 Prozent
aller Studiengänge sind auf die neuen Abschlüsse
umgestellt. Vor fünf Jahren waren es nicht ein-
mal 25 Prozent.

Die Ergebnisse des Länderchecks

Der Ländercheck zeigt: Die Unterschiede bei der
Umstellung sind groß. Unter den Bundesländern
sind die Vorreiter bei der Einführung gestufter
Studiengänge den Nachzüglern um etwa zwei
bis drei Jahre voraus.

Der Norden Deutschlands scheint bei der Einführung
gestufter Studienabschlüsse insgesamt besser aufge-
stellt. In Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
und Bremen enden bereits bis zu 95 Prozent der Stu-
diengänge mit einem BA- oder MA-Abschluss; bei den
Schlusslichtern Bayern und Saarland erst etwas mehr
als jeder zweite. Große Unterschiede gibt es auch bei
Studierenden, Studienanfängern und Absolventen in
BA- und MA-Studiengängen. Besonders viele Absol-
venten kommen beispielsweise aus Mecklenburg-
Vorpommern und Brandenburg. Mehr als jeder Vierte,
der sein Studium erfolgreich beendete, hat dort einen
Bachelor- oder Masterabschluss in der Tasche. In
Bayern und Rheinland-Pfalz ist es erst jeder Zehnte.

Bremen ist nach dieser Bewertung der Gewinner bei
der Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse, vor
Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Hamburg.
Die Einführung von BA/MA-Abschlüssen ist dagegen
in den südlichen Bundesländern, allen voran in Bayern,
noch nicht so weit fortgeschritten. Ebenfalls zur Schluss-
gruppe gehören Sachsen, Hessen und das Saarland.